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Versicherungsfragen

rund um das Osterreiten

Osterreiter sind durch das Bistum auf verschiedene Weise abgesichert, aber nicht komplett. Darauf weisen sowohl der Justiziar des Bistums Dresden-Meißen, Stephan von Spies, als auch der Justiziar des Bistums Görlitz, Andreas Oyen, hin.
„Sollte ein Osterreiter einen Unfall erleiden, so ist er im Rahmen der ehrenamtlichen Arbeit durch die Berufsgenossenschaft, die das Bistum für alle unterhält, versichert. Jeder Osterrei-ter ist ja im Auftrag seiner Pfarrei unterwegs, um die Botschaft der Auferstehung zu verkün-den. So ein Unfall wäre damit also quasi ein Arbeitsunfall“, erklärt Ordinariatsrat Stephan von Spies. „Dies gilt auch im Bistum Görlitz und somit auch für die Wittichenauer Osterrei-ter“, ergänzt der Görlitzer Ordinariatsrat Andreas Oyen.
Außerdem besteht eine allgemeine Haftpflichtversicherung der Pfarrei. „Damit ist alles das versichert, was im Rahmen der Organisation schief laufen könnte“, sagt Stephan von Spies und weist darauf hin, dass diese Versicherung einen einzelnen Osterreiter nicht betrifft. „Auch das ist in beiden Bistümern gleich geregelt“, versichert Andreas Oyen.
Eine spezielle Versicherung haben beide Bistümer abgeschlossen, die dann in Anspruch ge-nommen werden kann, falls der Besitzer des Pferdes keine Tierhalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen hat. „Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Pferde aus Polen kom-men“, sagt Stephan von Spies. „In dem Fall wird der Reiter des Pferdes am Ostersonntag vom Ausritt bis zur Heimkehr sozusagen zwischenzeitlich wie der Halter angesehen. Das gilt aber nur bei Schäden gegen andere, also nicht für den Reiter selbst. Das ist ähnlich wie bei einer Hundeversicherung: Wenn der Besitzer selbst gebissen wird, greift seine Haftpflicht-versicherung nicht.“
Das Bistum Dresden-Meißen hat zusätzlich eine Unfallversicherung. Es gilt generell, was Mi-chael Lorenzet vom Versicherungsbüro Gassenhuber aus München bereits vor drei Jahren im Katolski Posoł erklärt hat: „Jeder, der verunglückt, ist zunächst über seine Krankenkasse versichert und bekommt seine Heilbehandlungskosten beglichen. Die Unfallversicherung ist für Fälle von Invalidität oder Tod gedacht.“ Er wies darauf hin, dass es sich hierbei um keine großen Summen handelt. „Niemand könnte damit eine Familie ernähren.“ Stephan von Spies fügt hinzu. „Auch wenn es also eher symbolisch ist, wollen wir damit zum Ausdruck bringen, dass es uns die Osterreiter auch wert sind.“
Beide Justiziare weisen darauf hin, dass es ganz wichtig ist, alle Unfälle am besten am selben Tag dem Pfarrer zu melden, damit dieser es an das Bistum weiter leiten kann. Auch kleinere Schäden sollten gemeldet werden, weil es ja nicht ausgeschlossen werden kann, dass in der Folge ein nicht zu erahnender größerer Schaden entstehen könnte. Bei späteren Meldungen ist es immer schwierig nachzuweisen, dass es wirklich im Zusammenhang mit dem Osterrei-ten geschehen ist. Es reicht nicht aus, davon auszugehen, dass der Pfarrer vom Unfall ir-gendwie erfahren hat. Dieser muss direkt bei ihm gemeldet werden. Dann wird individuell geprüft, welche Bedingungen vorliegen und welche Versicherung den Schadensersatz über-nehmen sollte.
Die Versicherung durch das Bistum gilt nur dafür, was in diesem Beitrag beschrieben ist. Al-les andere sollte durch private Versicherungen geregelt werden, zum Beispiel der Transport und die Vorbereitung.
Bedenken sollten auch alle Osterreiter, dass nach einem Schaden gegebenenfalls die Polizei verständigt wird. Falls dies nicht sofort geschehen kann, zum Beispiel wenn ein Pferd wäh-rend der Prozession gegen ein Auto tritt, muss der Vorfall noch am selben Tag der Polizei gemeldet werden, ansonsten könnte es als Fahrerflucht gewertet werden.
Der Transport der Pferde ist durch die Haftpflichtversicherung des Fahrzeuges abgesichert. Allerdings sollten bis Mittwoch in der Karwoche, 23. März, beim Landratsamt Bautzen Son-dergenehmigungen zum Transport der Osterreiterpferde am Karfreitag, Ostersonntag bzw. Ostermontag beantragt werden. Für Osterreiter, die im Landkreis Bautzen wohnen, ist diese kostenlos, erklärte der Verwaltungsverband „Am Klosterwasser“. Entsprechende Formulare haben die Kantoren der Prozessionen. Weiter Infos dazu unter www.posol.de/ hinwei-se_zum_pferdetransport
rl


Dieser Text ist aus dem Katolski Posoł vom 13. März 2016.

 

 

 

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